Die Buchserie: Verstehen, Akzeptieren, Verändern
 

@Lieblingssternenstaub

Ben ist wütend, traurig und enttäuscht. Er kommt nach Hause und braucht vor allem eins: Verständnis, Trost und Liebe. Seine Mama möchte, dass es ihrem Sohn gut geht, sie weiß aus Erfahrung, dass er vermutlich gleich schon wieder draußen mitspielt und möchte diesen Prozess beschleunigen. Es bricht ihr das Herz, ihren Sohn so traurig zu sehen, sie weiß ja, wie so etwas immer wieder abläuft und fragt sich, warum er so stur ist. Auch weiß sie, dass er in einer solchen Dynamik nicht nur das Opfer ist und reagiert entsprechend, denn er steht sich ja dadurch selbst im Weg, das möchte sie nicht auch noch verstärken.⠀


Indem sie nun versucht ihm all das zu erklären und ihm sagt, wie er sich verhalten soll, fühlt Lasse sich unverstanden. Er hat das Gefühl selbst schuld zu sein, wird kleingemacht und artikuliert das Ganze ja auch, als er ihr vorwirft, sie mag die anderen Jungs lieber als ihn.⠀
Er kam nach Hause um Trost zu bekommen und sitzt nun alleine in seinem Zimmer. Keiner versteht ihn. Mama ist sauer auf ihn und er hat keine Freunde mehr. Anstatt Kinder aufzufordern nicht mehr traurig zu sein, sollten wir versuchen sie zu verstehen. Das erfordert auch, dass wir diese Traurigkeit mit aushalten und ernst nehmen, anstatt unsere Kinder schnell wieder fröhlich sehen zu wollen. ⠀


Sie aufzufordern, sich doch erstmal zu beruhigen ist, wenn man mal drüber nachdenkt, lachhaft. Wie denn? Hat dir diese Aufforderung ‚nicht mehr zu fühlen‘ jemals geholfen? ⠀


Die Themen unserer Kinder wirken oft so banal: „Ich wollte den grünen Becher!“, „Die lassen mich nicht mitspielen!“, „Ich wollte den Knopf drücken!“⠀
Anstatt ihnen nur ‚gut zuzureden‘ (Trost), ist es wichtig ihnen zu helfen, sich selbst zu verstehen (Mitgefühl und Empathie). Für sie sind das doch die Erfahrungen, aus denen sie fürs Leben lernen! ⠀


„Du bist total wütend, ich bin sicher, dafür gibt es einen guten Grund, magst du mir erzählen, was passiert ist?“⠀


„Du bist enttäuscht, ja, das wäre ich auch.“⠀


„Komm her, wir machen es uns jetzt gemütlich, das hast du nicht verdient, dass die dich so behandeln!“⠀


„Es war gut, dass du gegangen bist! Ich bin stolz auf dich, dass du so für Dich selbst sorgen kannst!“